Sie sind hier: Startseite > Themendossiers > Zielgruppen > Gering und niedrig Qualifizierte

Zielgruppen
Wiedereinstieg von niedrig und gering qualifizierten Frauen

Die Zielgruppe der niedrig und gering qualifizierten Frauen findet im Rahmen der Netzwerk W-Aktivitäten verstärkt Berücksichtigung. Frauen ohne Schul- oder Berufsabschluss und mit geringen Berufserfahrungen sind seltener erwerbstätig und eine Berufsrückkehr in geringer, oft prekärer Teilzeit ist weit verbreitet. Es bedarf besonderer Anstrengungen, um diese Gruppe für (Wieder-)Einstiegsprozesse auch durch (Teilzeit-)Ausbildung und Qualifizierung zu gewinnen. Sie benötigen bei Wiedereinstieg und Arbeitssuche besonderer Unterstützung, auch mit Blick auf die Arbeitsteilung in der Partnerschaft, die die Erwerbschancen entscheidend mitbeeinflusst. In Kooperation mit Familienzentren können sich hier Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

Die Zielgruppe der niedrig und gering qualifizierten Frauen wird im Netzwerk W-Aufruf 2018 erstmals berücksichtigt. Aktivitäten entwickeln die Netzwerke W Kreis Lippe und die Netzwerke W Bottrop, Gelsenkirchen, Recklinghausen.


Für die Beschäftigungschancen von Hartz-IV-Bezieherinnen spielt auch der Partner eine Rolle

Die Erwerbschancen von Frauen, die Grundsicherung beziehen, sind zumindest in Westdeutschland besonders gering, wenn sie über wenig persönliche Erwerbserfahrung oder keinen Schulabschluss verfügen. Wie ein Beitrag im IAB-Forum zeigt, spielen dabei auch Erwerbserfahrung und Bildungsstand des Partners eine Rolle. Im Fazit heißt es: Frauen aus Haushalten, in denen die vormalige Arbeitsteilung zwischen den Partnern tendenziell dem des männlichen Alleinverdieners entsprach, bedürften besonderer Unterstützung bei der Arbeitssuche. So sei es wichtig, die Arbeitsteilung in der Partnerschaft nicht als gegeben hinzunehmen, sondern in Beratungsgesprächen konkret nach den Erwerbsvorstellungen und -wünschen der Frauen zu fragen und mögliche Alternativen aufzuzeigen.

Teilzeitberufsausbildung – Broschüre der Bundesagentur für Arbeit informiert Beratende

Für Menschen mit Familienverantwortung ist die Ausbildung in Teilzeit eine Möglichkeit, berufliche Qualifikationen und Abschlüsse zu erwerben. Zur Teilzeitberufsausbildung hat die Bundesagentur für Arbeit einen praxisorientierten Leitfaden veröffentlicht. Ursprünglich als internes Arbeitsmittel für die Beauftragen für Chancengleichheit (BCA) gedacht, findet die Broschüre mehr und mehr Zuspruch bei Kammern, Arbeitgeberverbänden, Schwangerenberatungsstellen und anderen Beratungseinrichtungen. Netzwerk W stellt die Broschüre zum Herunterladen bereit.

Portale informieren in leichter Sprache zum Wiedereinstieg
Die Netzwerke W Gelsenkirchen und Recklinghausen/Emscher-Lippe informieren auf ihrem Portal zum Wiedereinstieg in Gelsenkirchen, Recklinghausen und Bottrop und haben zusätzlich Informationen zum Wiedereinstieg in leichte Sprache übersetzt. Das Bundesportal zu Perspektive Wiedereinstieg informiert ebenfalls in leichter Sprache.
Leichte Sprache ist eine speziell geregelte einfache Sprache und zielt auf die besonders leichte Verständlichkeit. Dazu wird ein Regelwerk von dem Netzwerk Leichte Sprache herausgegeben. Einfache Sprache ist eine sprachlich vereinfachte Version von Standardsprache und besitzt im Gegensatz zur Leichten Sprache kein festes Regelwerk.

Arbeitsmarktchancen von gering Qualifizierten – IAQ-Report
Der IAQ-Report 2016/3 liefert Daten und Fakten zur Beschäftigung von gering Qualifizierten. Danach sind Frauen mit 12,1 Prozent etwas häufiger gering qualifiziert als Männer. Entsprechend ist ihr Anteil an den gering Qualifizierten mit 51,5 Prozent auch etwas höher als ihr Anteil an allen Beschäftigten mit 49,7 Prozent. Gering Qualifizierte gelten häufig als Verlierer/innen auf dem Arbeitsmarkt. Tatsächlich sind sie weit überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen und ihre Verdienstchancen sind im Durchschnitt deutlich schlechter als für beruflich Qualifizierte oder Akademiker/innen.