Väter steigen (wieder) ein
Gesellschaftliche Rollenzuweisungen sind im Wandel und zunehmend erleben auch Väter den Konflikt zwischen beruflichem Engagement und familiären Anforderungen. Das Selbstverständnis ändert sich. Für einen Großteil der Männer gehört zum "guten Vater" heute auch, dass sie ein gutes Verhältnis zu ihren Kindern haben und in der Erziehung eine Rolle spielen. Nur den materiellen Lebensstandard zu sichern - das reicht den Vätern heute nicht mehr. Steigen Frauen wieder ein, dann hat das Auswirkungen auf das gesamte Familiengefüge, Väter sind als „Co-Wiedereinsteiger“ immer beteiligt. Die Väterarbeit in NRW rückt diese Rolle in den Mittelpunkt und vermittelt Vätern partnerschaftliche Regelungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Doch Väterarbeit und Wiedereinstiegsförderung stehen häufig noch nebeneinander – berufliche Orientierungshilfen für Frauen thematisieren noch ungenügend die Rolle des Partners. Netzwerk W Essen initiierte 2010 im Rahmen einer Fachkonferenz „Doppelpack. Wie Männer Frauen (und Frauen sich selbst) beim beruflichen Wiedereinstieg behindern“ den notwendigen Dialog.
Der Wiedereinstieg – Ausstieg aus den Geschlechterstereotypen
Ein Knackpunkt beim Wiedereinstieg sind die verinnerlichten Einstellungen und typischen Verhaltensmuster, die wie selbstverständlich wirken und für manchen schnellen Wiederausstieg aus dem Einstieg sorgen. Netzwerk W Essen setzt in 2011 deshalb den Dialog mit Partnern der Fachtagung fort. Mit einer Postkartenaktion soll in der Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert werden. Die Karten können auch in der Bildungsarbeit eingesetzt werden.
Querverweis: Links und Studien
Väter und Wiedereinstieg der Partnerin. Ergebnisse qualitativer Interviews.
Ein perspektivreicher Wiedereinstieg kann oft nur gelingen, wenn der (Ehe-) Partner die Wiedereinsteigerin unterstützt - verbal, mental und tatsächlich. Doch welche Rahmenbedingungen benötigen Männer, um sich stärker im Haushalt und bei der Kinderbetreuung zu engagieren? Dieser Fragestellung ist der Organisationsberater Hans-Georg Nelles von „Väter und Karriere“ im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der hessenstiftung – familie hat zukunft“ nachgegangen.
Väter verzichten aus Gehaltsgründen auf die Elternzeit – eine wirkliche Unterstützung für Mütter bleibt aus!
Kinder brauchen verantwortungsvolle Väter und Frauen unterstützende Partner, die Ihnen den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern. Beide Ziele sollen auch mit dem Elterngeld befördert werden, doch die Vaterzeit scheitert oft am Geld, wie die jüngste Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Demnach sahen 68 Prozent der Väter, die sich gegen die Elternzeit entschieden hatten, keine Möglichkeit, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. 45 Prozent von ihnen nannten finanzielle Gründe als Haupthindernis. Engagierte Vaterschaft und eine egalitäre Aufteilung der Kinderbetreuung seien nur bei einem ausreichenden Einkommen realisierbar.



