Themendossier
Unternehmen gewinnen – Fachkräfte sichern
Auf das Potential von gut ausgebildeten und motivierten Frauen kann unsere Gesellschaft nicht verzichten, erst recht nicht mit Blick auf den demografischen Wandel. Doch nach wie vor gibt es Vorbehalte gegenüber berufstätigen Müttern – in den Köpfen von Vorgesetzten, Kollegen und bei den Frauen selbst. Eine Reihe von Netzwerk W-Partnern hat sich intensiv damit auseinandergesetzt, wie Vorurteile und Vorbehalte abgebaut und Unternehmen für den Wiedereinstieg gewonnen werden können. Oft zeigt sich: Frauen mit Familie sind für Unternehmen ein großer Zugewinn. Berufliche und informell erworbene Kompetenzen potenzieren sich und fördern die Effizienz. Stimmen die Rahmenbedingungen bei der Kinderbetreuung und im Betrieb, können Frauen zugleich Mütter und Hochleistungsmitarbeiterinnen sein.
Beispiele für Aktivitäten, Kontakte und Links
- Stadt Aachen, Rhein-Erft-Kreis, Remscheid
„Wiedereinstieg (k)ein Thema für Unternehmen? Exemplarische Unternehmensbefragungen - Bochum und Herne
Wiedereinstieg in der Gesundheitswirtschaft. Ein Handlungsleitfaden für Einrichtungen und Unternehmen, Workshops mit UnternehmenUntersuchung - Ennepe-Ruhr
„So können Mitarbeiter/innen unterstützt werden.“ Leitfaden zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für Unternehmen im Ennepe-Ruhr-Kreis, Befragung zu Beschäftigungsperspektiven von Wiedereinsteigerinnen in den Bereichen Pflege und häusliche Dienstleistungen - Ennepe-Ruhr-Kreis, Kreis Soest, Kreis Olpe
Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, Fachveranstaltungen - Unna, Mettmann, Bielefeld
Handlungsleitfaden für Unternehmen, „Beruflichen Ein- und Wiederausstieg strukturiert gestalten“, Checklisten und regionale Ansprechpartner für Unternehmen - Oberberg
„Familienbewusste Unternehmen haben bessere Zukunftschancen“; Sichtweisen von Unternehmen auf die Potentiale von Alleinerziehenden, Synthese der Studien - Duisburg
Entwicklung und Anwendung von Modulen in Schulungen der Unternehmerverbandsgruppe e.V. „Familienfreundlichkeit in Unternehmen“, Befragung von Handwerksunternehmen, „Im Handwerk gelernt – ins Handwerk zurück?!“ - Düren, Siegen-Wittgenstein, Steinfurt, Düsseldorf
„Familienfreundliche Arbeitswelt – Chancen für Unternehmen und Wiedereinsteigerinnen“ - Fachveranstaltungen - Rhein-Kreis-Neuss, Hochsauerlandkreis, Borken
Ansprache für Unternehmen, Firmentag „Familienfreundliche Arbeitswelt“, Speed-Dating-Wiedereinstieg - Emscher-Lippe-Region
Kompetenzplattform für regionale Unternehmen - Bonn
Familienfreundliche Arbeits- und Ausbildungszeiten in der Altenpflege, Fachtagung
Praxistipps
Wiedereinstieg nach der Erziehungszeit: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium und Spitzenverbänden der Wirtschaft einen Leitfaden für Betriebe und ihre Mitarbeiter zum beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit veröffentlicht. Der Leitfaden enthält hilfreiche Tipps und Anregungen für die richtige Vorgehensweise vor, während und nach der Elternzeit.
Aktionsplattform Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Mit der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW fördert die Landesregierung ein Umdenken in der Arbeitswelt. Familie und Beruf sollen nicht länger als Gegensatz gesehen werden, sondern die Gestaltung eines Ausgleichs (Work-Life-Balance) zu den betrieblichen Zielen gehören. Ein kultureller Wandel in der Arbeitswelt verbessert auch die Chancen für Wiedereinsteigerinnen.
Familienfreundliche Maßnahmen in Unternehmen – das Portal des Bundesprogramms Perspektive Wiedereinstieg hat eine Reihe von Linktipps zusammengestellt, wo sich Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, aber auch Arbeitnehmerinnen informieren können.
Beispiele für Arbeitgeber: Zahlreiche Unternehmen spüren die verstärkte Nachfrage von männlichen Mitarbeitern nach mehr Freiräumen für die Familie. Ein Broschüre der Initiative berufundfamilie stellt Lösungsbeispiele für Arbeitgeber vor.
Familienorientierte Personalpolitik ist zunehmend ein wichtiger Wettbewerbs- und Standortfaktor. Eine neue Broschüre der Bundesagentur für Arbeit „Zeit für die Familie. Zeit für das Unternehmen“ gibt Arbeitgebern nützliche Informationen.
Im Blickpunkt „Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ – das Themendossier auf Forum W:
Wiedereinstieg und Fachkräftesicherung
Landesinitiative setzt auf regionale Partnerschaft
Nach Berechnungen des Prognos-Instituts droht in Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2020 ein Fachkräftemangel von 630.000 Menschen. Die NRW-Landesregierung hat deshalb ein „Sonderprogramm Qualifizierung und Innovation zur Fachkräftesicherung“ auf den Weg gebracht. Die Landesinitiative setzt auf regionale Partnerschaft und regionale Lösungen. Dabei werden erfolgreiche Instrumente auch zu Förderungen der Berufsrückkehr einbezogen.
Expertinnen-Interview: Strategien gegen den blinden Fleck
Katharina Junglas, geschäftsführende Gesellschafterin der Aachener Unternehmensberatung ac.consult, unterstützt Unternehmen in der Personal- und Organisationsentwicklung. Im Rahmen von Netzwerk W setzt sie das Projekt „Wiedereinstieg (k)ein Thema für Unternehmen?“ um. Mit dem vom Bund geförderten Projekt „profit! – mit Gleichstellungsstrategien zum Unternehmenserfolg“ entwickelte die Unternehmensberaterin und Supervisorin ein Tool zum qualitätsgesicherten Wiedereinstieg, das auch die Netzwerk-Partnerinnen nutzen können. Im Interview erläutert sie Erfahrungen und Perspektiven.
Das Projekte „profit!“ wird im Rahmen der Bundesinitiative „Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft“ gefördert und aus Bundes- und ESF-Mitteln finanziert. Eine Website mit Download der Tools informiert zum Projekt.
Aus der Wissenschaft
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat im Zusammenhang mit dem wachsenden Fachkräftemangel in Deutschland eine neue Dringlichkeit erreicht. Dies geht auch aus der Untersuchung des Instituts zur Zukunft der Arbeit hervor.
Das WZB-Projekt „Betriebliche Arbeitszeit- und Qualifizierungspolitik im Lebensverlauf“ untersucht, wie zehn Vorreiterbetriebe Instrumente der Arbeitszeitgestaltung und Weiterbildung verknüpfen, um die langfristige Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verbessern, und damit dem Fachkräftemangel entgegenwirken.
- WZB-Brief 11/2011: Beruf und Bildung vereinbaren. Neue Arbeitszeitmodelle gegen den Fachkräftemangel
Querverweis
Alleinerziehende und Teilzeitausbildung
Viele Unternehmen und Betriebe tun sich mit der Beschäftigung von Alleinerziehenden schwer. Im Themendossier „Zielgruppe: Alleinerziehende“ ist eine Reihe von praxisorientierten Materialien zusammengestellt.
Teilzeitberufsausbildung ist bei Unternehmen wie Auszubildenden noch wenig bekannt. Für junge Eltern ist es aber oft die einzige Chance, eine qualifizierte Ausbildung zu absolvieren. Auch hier engagieren und informieren Netzwerk W-Partner.

