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Themendossier – Unternehmen gewinnen

Netzwerk W Rhein-Erft-Kreis – Unternehmensbefragung
Fachkräfte mit Kindern sind ein Zukunftsthema für die Region - Netzwerkreport

NETZWERKREPORTAls eines der ersten Netzwerke W hat der Rhein-Erft-Kreis eine repräsentative Unternehmensbefragung zum regionalen Fachkräftebedarf durchgeführt. Wie schätzen die Unternehmen ihren Bedarf an Fachkräften ein, welche weiteren Potenziale wollen sie erschließen und welche regionalen Dienstleistungen können sie dabei unterstützen? Im Fokus standen insbesondere die Potenziale von Berufsrückkehrenden und Alleinerziehenden. Die Ergebnisse sind in einem Netzwerkreport zusammengefasst und bilden die Basis für weitere Aktivitäten in der Region.

Deutlich wird: Schon jetzt zeichnet sich wachsender Fachkräftebedarf ab und mehr als jedes zweite Unternehmen im Rhein-Erft-Kreis ist bereits betroffen. Mit Blick auf die Beschäftigung von Fachkräften mit Betreuungspflichten, insbesondere von Alleinerziehenden und Berufsrückkehrenden, verfügen Unternehmen über wenige, aber positive Erfahrungen. Geeignete Dienstleistungsangebote, insbesondere zur Unterstützung der Kinderbetreuung, können dazu beitragen, die Potenziale von weiblichen Fachkräften mit Kindern mehr als bisher zu nutzen. Angesichts der vergleichsweise niedrigen Erwerbsquote von Frauen im Kreis (knapp 62 Prozent) gibt es „enormen Spielraum“, aber auch einigen Handlungsbedarf, so ein Fazit der Erhebung.

Unternehmensbefragung mit Folgewirkung – Ansatzpunkte für weitere Aktivitäten

Hilde MußinghoffDas Institut für Innovation & Bildung (innovaBest), Netzwerk W-Partner im Rhein-Erft-Kreis, hat die Unternehmensbefragung durchgeführt. Auftraggeber und Partner waren das Jobcenter Rhein-Erft sowie das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesinitiative Netzwerk Wiedereinstieg. Unterstützt wurde die Erhebung durch den Landrat, die Wirtschaftsförderung Rhein-Erft und alle lokalen Wirtschaftsförderungen. Netzwerk W-Koordinatorin und Projektleiterin Hilde Mußinghoff, innovaBest, zu Ergebnissen und Erfahrungen aus Netzwerk-Sicht

Spezifische Informationen für die Region: „Mit der Umfrage liegen für die Region nicht nur spezifische Informationen zur Fachkräftesituation und Unternehmensstruktur vor. Es gibt zugleich eine enge Verknüpfung zu möglichen Fachkräftepotenzialen, die bislang nicht oder kaum genutzt wurden und auch nicht auf dem Radar der Unternehmen sind. Berufsrückkehrende und Alleinerziehende werden  von den Unternehmen bislang nicht als spezielle Zielgruppe wahrgenommen. Auch das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt in der Region noch keine allzu herausragende Rolle. Insofern hat die Umfrageaktion Impulse gesetzt und ganz unterschiedliche Partner an den Tisch geholt. Arbeitsverwaltung wie Wirtschaftsförderung bis hin zur Presse haben die Befragung mit viel Engagement unterstützt.“

Aufwand für eine quantitative Befragung mit repräsentativem Anspruch: „Es bedeutet erheblichen, auch finanziellen Aufwand, eine derartige Befragung fundiert und seriös durchzuführen. Deshalb war es sehr hilfreich, dass wir zwei Projektvorhaben kombinieren konnten, also das Netzwerk W-Projekt des MGEPA und das Jobcenter-Projekt für Alleinerziehende, REK.net ABOS. Zu Beginn braucht man eine gute Konzeption und die Auswahl der passenden Methodik. Im Vorfeld der Umfrageaktion haben wir daher zunächst mehrere Fachworkshops durchgeführt, um mit den Projektpartnern ein klares Erkenntnisinteresse formulieren zu können. Auch die Recherche und Sichtung der in der Region vorhandenen Datenbestände war aufwendig. Für die Vollerhebung – wir haben insgesamt fast 2.200 Unternehmen angeschrieben – haben wir schließlich einen kompletten Datensatz der Creditreform eingekauft. Vor dem Start der Befragung haben wir außerdem einen Pretest mit ausgewählten Unternehmen durchgeführt.“

Ansprache von Unternehmen: „Unternehmen wollen mit kurzen, präzisen Informationen versorgt werden und Anfragen ohne großen (Zeit)Aufwand beantworten. Für unsere Umfrageaktion war das von elementarer Bedeutung, um die Unternehmen überhaupt zur Teilnahme zu bewegen. Deshalb haben wir die Umfrage auch als Onlinebefragung angelegt und mehrere Erinnerungsaktionen gestartet, etwa mit einer professionellen Reminder-Karte und einer gezielten Telefonaktion.“

Konkrete Ansatzpunkte für die Netzwerkarbeit: „Für mich ist eines der wichtigsten Ergebnisse, dass es nun konkrete Ansatzpunkte für die weitere Netzwerkarbeit gibt. Die Unternehmen haben ihre Wünsche und Bedarfe klar formuliert und auch benannt, wie aus ihrer Sicht optimalerweise Unterstützungsangebote angelegt sein sollen. Besonders beeindruckend finde ich, dass sich 35 Unternehmen aller Größen und Branchen bereit erklärt haben, weiter mitzuarbeiten und gemeinsam Modelle zur Vereinbarkeit und zur Integration von Fachkräften mit Betreuungspflichten zu entwickeln und umzusetzen. Das ist eine Chance und zugleich eine große Herausforderung.“

Nachhaltige Folgewirkungen: „Das beste Ergebnis liegt für mich in der Nachhaltigkeit. Bereits jetzt können wir sagen, dass die Ergebnisse nicht im luftleeren Raum stehen bleiben, sondern schon in Kürze mit konkreten Aktivitäten verbunden sein werden. Das Jobcenter Rhein-Erft ist dabei, eine Koordinierungsstelle für seinen Kundinnenkreis und für Unternehmen einzurichten. Im Rahmen von Netzwerk W führen wir eine große Fachveranstaltung zum Thema Vereinbarkeit und Fachkräftesicherung durch und präsentieren dabei nochmals die Ergebnisse. Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Unternehmen, sondern findet nach jetzigem Stand auch in einem Unternehmen statt. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung werden wir die Veranstaltung zum Auftakt für eine weitere Forenreihe nutzen, um verschiedene Einzelthemen im Zusammenhang mit der Vereinbarkeits- und Fachkräftethematik zu bearbeiten. Die Ergebnisse haben also Folgen, mehr kann man eigentlich nicht erwarten.“

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