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Vereinbarkeit von Pflege und Beruf - Wiedereinstieg im demografischen Wandel

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat viele Facetten, dabei wird in erster Linie an die Betreuung von Kindern gedacht. Doch in einer alternden Gesellschaft wird es zunehmend von Bedeutung sein, wie der Spagat zwischen Beruf und Pflege, Erwerbstätigkeit und Sorge für pflegebedürftige Angehörige gelingt. Dafür werden kluge Ideen, flexible Unterstützungssysteme und funktionierende Pflegearrangements gebraucht.

Die Herausforderungen der Demografie und einer alternden Gesellschaft sind zugleich eng verknüpft mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit. Meist pflegen Frauen ihre Eltern oder Schwiegereltern. Dafür geben sie oft ihren Beruf auf oder reduzieren ihre Arbeitszeit. Erwerbsfähige Mütter im mittleren Alter, die sich jahrelang um Kinder gekümmert und beruflich gerade wieder Fuß gefasst haben, sind mit pflegebedürftigen Angehörigen konfrontiert. Kommt nach der „Kinderfalle“ die „Pflegefalle“? Netzwerke W haben sich intensiv mit Fragen der Berufsrückkehr im demografischen Wandel beschäftigt: Gefragt sind tragfähige Konzepte für eine alternde Gesellschaft

 

Netzwerk W Ennepe-Ruhr-Kreis: Erfolgreiche Informationskampagne zu Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Vereinbarkeit von Pflege und BerufZum großen Zukunftsthema „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“ hat das Netzwerk W Ennepe-Ruhr eine breit angelegte Informationskampagne durchgeführt, gefördert von der Landesinitiative Netzwerk W und unter der Schirmherrschaft des Kreises. Die Kampagne ist landesweit eine der ersten Initiativen gewesen, die das Thema „Beruf und Pflege“ öffentlichkeitswirksam aufgriffen und zusammen mit Unternehmen und Betroffenen entwickelt hat. Das Projekt wurde als „gute Idee“ durch familie-in-nrw.de ausgezeichnet und belegte beim Ideenwettbewerb Kooperation Ruhr 2015 den ersten Platz. Im Zusammenhang mit der Kampagne wurde die Website www.arbeiten-pflegen-leben.de entwickelt, die Unternehmen und pflegende Beschäftigte informiert und praktische Hilfen und Instrumente vorstellt.

Christa Beermann, Demografiebeauftragte im Ennepe-Ruhr-Kreis und Netzwerk W-Koordinatorin, erläutert im G.I.B.-Interview Erfahrungen, (Nach)Wirkungen – und neue Aufgaben.

Pflege und Beruf kaum vereinbar. Studie der Hans Böckler-Stiftung zu Pflege in den eigenen vier Wänden.

Staatliche Arrangements wie die Pflegeversicherung entlasten betroffene Familien. Doch den Hauptteil der Arbeit machen Angehörige selbst – mit enormem Aufwand. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung. Deutlich wird auch, wie sich soziale Ungleichheit bei der Betreuung hilfebedürftiger Menschen niederschlägt und dass es bei der Verzahnung von Pflege und Arbeitsmarkt in mehrerer Hinsicht knirscht. Das gilt für die Arbeitsbedingungen osteuropäischer Pflegekräfte ebenso wie für die Vereinbarkeit von Job und Familie.

Pflegeberufe – deine Ausbildung mit Zukunft“ – Mit diesem Titel informiert ein vom MGEPA gefördertes Portal zu Berufen, Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten in der Pflege. Beispiele und Erfahrungen von jungen Auszubildenden und Beschäftigten zeigen, wie attraktive Arbeitsplätze erhalten und gestaltet werden können.

Leitfaden für den Pflegefall

Die Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW bietet für Ihr Unternehmen die Möglichkeit, einen individualisierten Leitfaden für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu erstellen. Er unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Angehörigenpflege.

Mit dem Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf können Beschäftigte nicht nur für sechs Monate aus dem Job aussteigen, sondern haben auch einen Rechtsanspruch auf eine teilweise Freistellung von bis zu 24 Monaten Familienpflegezeit. Auf der Internetseite www.wege-zur-pflege.de können alle wichtigen Informationen dazu abgerufen werden.