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Themendossier Kooperation stärken

Option Hochschule – Netzwerk W-Projekte öffnen Türen für neue Kooperationen und (Wieder)Einstiegswege

OPTION HOCHSCHULEVor dem Hintergrund des demografischen Wandels und wachsenden Fachkräftebedarfs gewinnen Ansätze zum qualifizierten Wiedereinstieg an Bedeutung. Hochschulen können dabei wichtige Kooperationspartner sein, um insbesondere denjenigen Berufsrückkehrerinnen, die bereits über eine gute Ausbildung verfügen oder fachlich (hoch-) qualifiziert sind, neue Wiedereinstiegswege durch ein Studium oder Aufbaustudium zu eröffnen. Dabei ist es notwendig, nicht nur in der Zielgruppe, bei den Berufsrückkehrenden selbst zu werben, sondern zugleich mit den Hochschulen und regionalen Beratungsinstitutionen Angebote zu entwickeln, um die „Option Hochschule“ selbstverständlicher als bisher zu machen.

Die Netzwerke W der Kreise Kleve und Wesel haben sich mit dem noch wenig beachteten Thema „Wiedereinstieg und Studium“ beschäftigt und leisten hier Pionierarbeit. Als Kooperationspartner konnten sie die Hochschule Rhein-Waal (mit den Campus- und Netzwerk W-Standorten Kleve und Kamp-Lintfort) und seit 2012 auch die Hochschule Niederrhein (mit den Campus- und Netzwerk W-Standorten Mönchengladbach und Krefeld) gewinnen.

Die beiden Hochschulen zeigten sich von Anfang an sehr aufgeschlossen und zur Zusammenarbeit bereit, so die Initiatorinnen und Netzwerk W-Koordinatorinnen Gabriele Coché-Schüer und Katharina Küpper-Schreiber. „Die Gruppe der Berufsrückkehrenden hatten die Hochschulen bisher überhaupt nicht im Blick. Sie sind aber sehr daran interessiert, sich für neue Zielgruppen aufzuschließen und das Thema familiengerechte Hochschule, nicht zuletzt für die eigene Rekrutierung von qualifiziertem Personal weiterzuentwickeln.“

Professor Dr. Marie-Louise Klotz ist Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal (HRW) und unterstützt die Kooperation mit Netzwerk Wiedereinstieg. Im Interview erläutert sie, warum Wiedereinstieg auch ein Thema für Hochschulen ist und welche Schritte möglich sind, um weitere Perspektiven für qualifizierte Wiedereinstiegs-Angebote zu entwickeln.

 
Produkte: Werbekampagne und Leitfäden für Beraterinnen und Multiplikatorinnen

OPTION HOCHSCHULE - PlakatEntstanden ist zunächst eine Informationskampagne, die sich an interessierte Berufsrückkehrende wendet und mit Plakaten und Postkarten für einen Wiedereinstieg durch die Aufnahme eines Studiums wirbt. „Wir wollen ermutigen, nicht irgendeinen Wiedereinstieg zu machen, sondern karriereorientiert und mit Perspektive auf anspruchsvolle Berufstätigkeit und adäquate Bezahlung einzusteigen. Ein Studium kann dabei eine optimale Option sein. Vor allem in ländlichen Regionen wie den Kreisen Kleve und Wesel ist das eine noch viel zu wenig beachtete Option“, so die Koordinatorinnen.

Für die Studienberatung wurde ein spezieller Leitfaden entwickelt, der die Beratungsbedarfe von Berufsrückkehrenden berücksichtigt, konkrete Hilfestellung anbietet und auf Finanzierungs- und individuelle Fördermöglichkeiten hinweist.

Eine umfassende Broschüre für Bildungs- und BerufswegeberaterInnen und MultiplikatorInnen bietet Basisinformationen für die Beratung von Berufsrückkehrenden mit dem Ziel des Wiedereinstiegs durch ein Studium. Gebündelt sind hier die spezifischen Informationen der beteiligten (Fach-)Hochschulen Niederrhein und Rhein-Waal, jedoch findet sich gleichzeitig viel grundsätzlich Wissenswertes für einen Studienstart „aus der zweiten Reihe“. Es sei zu wünschen, so heißt es im Vorwort der Netzwerk W-Partnerinen, dass sich zukünftig deutlich mehr Frauen entscheiden, den beruflichen Wiedereinstieg über ein Studium und damit auch in Richtung einer neuen Karriere anzugehen.

Im Sinne des Transfers informierte die projektübergreifende Veranstaltungsreihe „Option Hochschule als beruflicher Wiedereinstieg“, an der sich beide Hochschulen beteiligten und Fachreferentinnen stellten.

Vorgestellt wurde dabei die Management‐Weiterbildung „Women Back to Business“ der Universität St. Gallen. Das Zertifikatsprogramm wendet sich gezielt an gut ausgebildete Fach- und Führungsfrauen, die nach einer Familienphase wieder ins Erwerbsleben zurückkehren oder beim Umstieg in eine qualifizierte Position unterstützt werden möchten. Das Programm gilt als die bislang einzige Management‐Weiterbildung für Akademikerinnen im deutschsprachigen Raum, die sich auf die Bedürfnisse von Berufsrückkehrerinnen bzw. Umsteigerinnen spezialisiert hat.

 
Zwei Hochschulen mit unterschiedlichen Erfahrungen – Austausch willkommen

Der besondere Reiz der Zusammenarbeit liegt nach Auskunft der beiden Koordinatorinnen vor allem auch darin, zwei sehr unterschiedliche Hochschulen im Netzwerk zu haben: Die Hochschule Rhein-Waal wurde erst 2009 gegründet, die Hochschule Niederrhein gibt es dagegen seit über 40 Jahren. „Das sind sehr verschiedene Rahmenbedingungen, um das Thema Studium und Wiedereinstieg zu platzieren. An der Hochschule Rhein-Waal hatten wir von Anfang an die Unterstützung der Präsidentin und der Gleichstellungsbeauftragten, das hat sehr geholfen, die Türen für familien- und genderorientierte Angebote zu öffnen.“ Durch die Vernetzung ergeben sich zugleich interessante Möglichkeiten zum Austausch und gegenseitigem Lernen. Die Hochschule Niederrhein etwa gilt als eine der führenden familienfreundlichen Hochschulen in Deutschland und stellt sich in diesem Jahr erneut dem Auditierungsverfahren „Familiengerechte Hochschule“. Die Hochschule Rhein-Waal will diese Erfahrung nutzen und sich ebenfalls dem Auditierungsverfahren stellen.