Themendossier
Kooperation und Vernetzung stärken
Durch die Zusammenarbeit und Schaffung von möglichst verbindlichen Kooperationsstrukturen entsteht ein „wiedereinsteigerinnenfreundliches“ Klima. Die Akteurinnen und Akteure belegen damit, in welch hohem Maß Wiedereinstieg ein Querschnittsthema ist und wie vielfältig die miteinander zu vernetzenden Handlungsfelder sind, damit der Wiedereinstieg erfolgreich gelingen kann. Das bedeutet auch, den institutionellen Blickwinkel (und Aufgabenbereich) zu erweitern: Arbeitsmarktpolitische Akteure kümmern sich mit um die Verbesserung der Kinderbetreuung, Familienzentren fragen nach den beruflichen Zielen der Eltern und organisieren Beratungs- und Qualifizierungsangebote in ihren Einrichtungen. Eine Reihe von Netzwerk W-Partnern verfolgt das Ziel, Kooperationsstrukturen insbesondere mit Familienzentren aufzubauen und nachhaltig zu optimieren.
Netzwerke W setzen ihre Bemühungen fort, die Zusammenarbeit in den Regionen zu stärken. 2010 vernetzten sich die Netzwerke in Südwestfalen. 2011 kooperieren Netzwerke W im Münsterland, um Wiedereinstiegsförderung im Kontext der REGIONALE 2016 zu verorten. Netzwerk W Münster lädt ein zur regionalen Fachtagung, um die Kompetenzen im Themenfeld Wiedereinstieg für das gesamte Münsterland sichtbar zu machen.
Netzwerke W verstärken den Aufbau von Kooperationen mit Hochschulen. Damit geraten insbesondere gut ausgebildete Wiedereinsteigerinnen ins Blickfeld. Denn viele Akademikerinnen kehren nach der Familienphase nicht wieder in den Arbeitsmarkt zurück, weil der Einstieg in einfache Arbeit ohne Aussichten auf Weiterentwicklung bleibt und keine adäquate Alternative zur Familienarbeit bietet. Für die neu gegründete Hochschule Rhein-Waal mit den Standorten Kleve und Kamp-Lintfort sind die Netzwerke Kleve und Wesel attraktive Kooperationspartner, um den Zugang zur Zielgruppe der Wiedereinsteigerinnen zu erschließen und diese für nachhaltige Karriereplanungen zu motivieren.
Beispiele für Aktivitäten, Kontakte und Links
- Kreis Kleve, Kreis Wesel
Aufbau einer Kooperation mit der Hochschule Rhein-Waal
- Rhein-Erft
Erstellung des Handbuches "Kooperationen professionell gestalten. Ein Handbuch mit Praxisteil zum Thema Beruflicher Wiedereinstieg und Familienzentren" - Borken, Lippe, Warendorf, Euskirchen, Köln
Aufbau von Kooperationen mit Familienzentren - Essen
Handreichung für ein Trainingskonzept für Familienzentren, Wiedereinstieg – ein Thema für Väter, Fachforum - Hamm
Aufbau neuer Kooperationen zur Unterstützung von Frauen mit psychischen Erkrankungen - Mettmann
Handreichung zur Erschließung der Familie als Ressource für den beruflichen Wiedereinstieg: Berufsrückkehr – (r)eine Familiensache, mit Checklisten für Beratende und Berufsrückkehrende - Münster
Intensivierung der Zusammenarbeit der Netzwerke W in der Region Münster – Fachtagung (2012) - Coesfeld
Aufbau nachhaltiger Kooperationen zur Förderung der Frauenerwerbstätigkeit im Kontext der REGIONALE 2016; Projektskizze für den Aufbau eines onlinegestützten Fachkräftepools - Siegen-Wittgenstein, Olpe, Hochsauerlandkreis, Soest, Märkischer Kreis
Gründung des südwestfalenweiten Netzwerkes „Wiedereinstieg vernetzt Südwestfalen“
Interview
Wie Familienzentren Kooperationen professionell gestalten
Hilde Mußinghoff, Koordinatorin des Netzwerk W Rhein-Erft-Kreis, hat gemeinsam mit Netzwerk W-Partnern und Familienzentren das Handbuch „Kooperationen professionell gestalten“ entwickelt. Im Interview beschreibt sie, wie Kooperationen funktionieren können und welche Ziele und Arbeitsweise das Netzwerk W im Rhein-Erft-Kreis verfolgt.
Produktionsnetzwerke und Dienstleistungsketten – Neue Ansätze nachhaltiger Unterstützungsstrukturen für Alleinerziehende
Die Broschüre stellt Ergebnisse und Ansätze des Modellprojektes „Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Alleinerziehende“ vor, das an 12 Pilotstandorten gefördert und unter Leitung von Prof. Claus Reis vom Institut für Stadt- und Regionalentwicklung der FH Frankfurt wissenschaftlich begleitet wurde. Skizziert werden Ansätze, wie die Lebens- und Arbeitsituation von Alleinerziehenden durch abgestimmte und vernetzte Unterstützungsangebote vor Ort verbessert werden kann. Grundlegende Anforderungen an Netzwerkarbeit werden diskutiert und konkrete Ergebnisse und Instrumente vorgestellt,
Linktipps
Betreuungsangebote an nordrhein-westfälischen Hochschulen finden: Das Netzwerk Frauenforschung NRW informiert auf einer Website über Kinderbetreuungsmöglichkeiten an den Standorten der nordrhein-westfälischen Hochschulen. Es gibt eine Übersicht über die vorhandenen Einrichtungen mit Kurzbeschreibungen, Konditionen und Adressen sowie Informationen über politische Positionen, rechtliche Rahmenbedingungen und einschlägige Publikationen. Außerdem können Informationen über Selbsthilfeinitiativen und über die Träger der Einrichtungen abgerufen werden.
Weiterbildung und Fernstudium für Eltern: In manchen Berufsfeldern genügen bereits mehrere Monate Elternzeit, um über aktuelle Entwicklungen nicht mehr auf dem Laufenden zu sein. Weiterbildungsangebote im Rahmen des Fernstudiums können so eine optimale Lösung sein. Sie qualifizieren weiterhin für den Job oder bieten die Möglichkeit, den Einstieg in einen ganz neuen Beruf vorzubereiten.

